Bündner Monatsblatt 4/2018

16.00 CHF

Inhalt
Personen
Georg Jäger: Randolph C. Head 355 Empfänger des Max Geilinger-Preises 2017
Geschichte
Christian Rathgeb: Seit 50 Jahren im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit – Graubünden und das Jahrestreffen des WEFs in Davos
Antonia Bertschinger: Querulant, Abzocker, Populist: Mastrel Cla Gregori von Bergün. Ein Lokalpolitiker um 1600
Stephan Burkhardt: Mythenmord an einer 400 hölzernen Druckerpresse
Baukultur
Chasper Pult/Jaromir Kreiliger: Robert Obrist (1937–2018), Architekt. Bauen als politische und kulturelle Aufgabe
Rezensionen
Adolf Collenberg. 1794 – Anatomie einer Revolte
Thomas Barfuss. Authentische Kulissen. Graubünden und die Inszenierung der Alpen

Beschreibung

Von der frühen Neuzeit bis zum WEF

Das neue Bündner Monatsblatt versammelt Beiträge zu Themen vom 16. Jahrhundert bis zur Moderne. Höchst aktuell ist die Analyse von Regierungsrat Christian Rathgeb zur Entwicklung der Sicherheitsmassnahmen am World Economic Forum Davos (WEF) in den letzten 50 Jahren.

In seinem Beitrag mit dem Titel “Seit 50 Jahren im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit – Graubünden und das Jahrestreffen des WEFs in Davos” stellt Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Christian Rathgeb die Anstrengungen von Gemeinde, Kanton und Bund zur Wahrung der Sicherheit am jährlichen Gipfeltreffen in Davos vor. Der Beitrag wirft ausserdem einen Blick auf die globalen Entwicklungen und Ereignisse – von der RAF bis zu den 9/11 – und deren Auswirkungen auf das Sicherheitsdispositiv des wichtigsten internationalen Anlasses der Schweiz. Wurde die Sicherheit in den 1970er-Jahren noch von wenigen lokalen Polizisten gewährleistet, ist heute ein komplexes Netz von Organisationen beteiligt. Dieses sorgt dafür, dass sich hochrangige Politikerinnen und Politiker sowie Führungsfiguren aus der Wirtschaft jedes Jahr der Diskussion über die grossen Herausforderungen unserer Welt widmen können.

Ein “Museums-Fake”

Mit geradezu detektivischem Spürsinn behandelt der Aufsatz von Stephan Burkhardt (Offizin Parnassia Vättis) die Geschichte der vermeintlich ältesten Druckerpresse der Welt. Diese stand bis vor kurzem in der Dauerausstellung des Rätischen Museums in Chur. Mittels minutiösen Recherchen in der Literatur, einer dendrochronologischen Untersuchung und vor allem durch den Nachbau der Druckerpresse weist Burkhardt nach, dass diese gar nicht aus dem 17. Jahrhundert stammen kann, sondern aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus sind wesentliche Teile davon sogar erst vor 100 Jahren erstellt worden, als die hölzerne Druckerpresse ihren Weg ins Museum fand. Deshalb nennt der Autor das Exemplar in seiner heutigen Form ein “Museums-Fake” und seine Nachforschungen einen “Mythenmord an einer hölzernen Druckerpresse”.

Weiter druckt das Bündner Monatsblatt die fotografische Recherche von Jaromir Kreiliger zum Werk des in diesem Jahr verstorbenen Architekten Robert Obrist ab, begleitet von einem Text von Chasper Pult. Ein weiterer Beitrag widmet sich der Person Cla Gregoris, einem schillernden Bergüner Lokalpolitiker um das Jahr 1600, dem Antonia Bertschinger nachgeforscht hat. Georg Jäger trägt seine Laudatio auf den Historiker und Träger des Max Geilinger-Preises 2017, Randolph C. Head bei. Rezensionen aktueller Publikationen runden die Dezemberausgabe des Bündner Monatsblatts ab.