Bündner Monatsblatt 1/2020

16.00 CHF

Beschreibung

Das erste Bündner Monatsblatt des Jahres 2020

Im März 2020 ist die jüngste Ausgabe des Bündner Monatsblatts erschienen. Sie versammelt eine bunte Reihe an Beiträgen zu historischen und baukulturellen  Themen aus Graubünden.

Das Heft beginnt mit einem Nachruf auf Martin Bundi, den am ersten Tag dieses Jahres verstorbenen engagierten Politiker und produktiven Historiker. Georg Jäger, mit dem Verstorbenen in langjähriger Freundschaft verbunden, charakterisiert ihn als Menschen mit «einer immensen Arbeits- und Lebensleistung».

Gian Primo Falappi aus Sondrio präsentiert einen Bundstagsabschied aus dem Jahr 1589, der den Streit zwischen den beiden Konfessionsparteien innerhalb der Veltliner Gemeinde Teglio beilegen sollte. Gemäss Grundsatzbeschlüssen der Drei Bünde hatten die reformierten Minderheiten im Veltlin das Anrecht auf eine eigene Kirche, falls es an ihrem jeweiligen Wohnort mehrere Gotteshäuser gab. Der daraus entstehende Konflikt erwies sich jedoch als unlösbar – im Veltlin überhaupt und in Teglio ganz besonders. Am 20. Juli (neuen Kalenderstils) 1620 wurden die Reformierten von Teglio, die sich in ihrer Kirche zum Gottesdienst versammelt hatten, ermordet, teilweise mit dem Gebäude verbrannt. Dies geschah im Zuge des Sacro Macello, jenes «heiligen Gemetzels», das sich mit dem Veltliner Aufstand gegen die bündnerische Herrschaft verband.

«Eine illustre Emigrantin in Andeer»: Der Titel des Beitrags von Conradin A. Burga bezieht sich auf eine Cousine des französischen Königs Ludwig XVI., der 1793 der Revolution zum Opfer gefallen war. Als «Emigranten» wurden in der Revolutionszeit flüchtende französische Aristokraten bezeichnet. Die Bourbonen-Prinzessin, von der hier die Rede ist, reiste im Herbst 1795 von Fribourg nach Turin. Zu ihrer Alpenreise gibt es zwei Quellen: einen Brief der Prinzessin selbst und einen Eintrag im Kassabuch des Schamser Landammanns Christian Piccoli, der die Illustre in Andeer beherbergte. Der Beitrag ermöglicht faszinierende Einblicke in die Geschichte der Bündner Verkehrswege.

Der Landwirt Martin Hunger (1824–1909), wohnhaft im Weiler Camanaboda im Safiental, schrieb während vieler Jahre nieder, was in seiner Umgebung geschah und was ihn persönlich bewegte. Seine Aufzeichnungen zur Witterung und zu Lawinenniedergängen, zur Heu- und zur Kornernte, zu Viehpreisen und Alpfesten werden von Mattli Hunger in zahlreichen Auszügen vorgestellt. So entsteht ein sehr anschauliches Bild vom damaligen Leben der Safier Bevölkerung.

Die Pfarrkirche S. Bistgaun in Dardin wurde 1916, im Zuge einer Renovation, mit mehreren Decken- und Wandbildern geschmückt. Deren Schöpfer war Josef Heimgartner (1868–1939), ein schweizweit beliebter Kirchenmaler, der öfters auch in der Surselva und in Mittelbünden wirkte. Der Beitrag von Hans Haselbach dokumentiert die Entstehung der Daniser Bilder unter Rückgriff auf Heimgartners Briefe.

Zwei Rezensionen aktueller kulturwissenschaftlicher Publikationen bilden den Abschluss dieser Monatsblatt-Ausgabe.